Pressespiegel:

  • Wattenscheid, 09. Februar 2011

Toleranz zeigen für Kinderlärm

Obwohl es in Deutschland immer weniger Kinder gibt, nehmen die Beschwerden zu. Gnadenlos schreitet der demografische Wandel voran, doch genauso gnadenlos handeln viele Anwohner bei Kinderlärm.Mit der Kampagne „Mensch ärgere dich nicht“ will der Kita-Zweckverband im Bistum Essen diesem Trend entgegen treten.

Aus der Hellwegstadt beteiligt sich die Kindertagesstätte St. Maria Magdalena an der Aktion. Mit Kampagnenstart seien auch dort einige Vorfälle zwischen Familien und Nachbarn gemeldet worden, wie die Leiterin Stephanie Rösen berichten kann: „Es nimmt auch in Höntrop zu, dass sich die Leute beschweren. Einige Kinder erzählen uns, dass auf der Wiese vor einem Mehrfamilienhaus zwar die Hunde ihr Geschäft verrichten dürfen, Kinderspielen sei jedoch untersagt. Und auch auf dem Spielplatz werden die Kleinen schon gemaßregelt“.

Für die 37-Jährige ist das ein Skandal. Erst durch das Spielen und Toben könnten die Kinder die Welt erforschen und ihre Wahrnehmungen schärfen sowie Kreativität, Motorik und Sozialkompetenz entwickeln. Sie seien neugierig, forschen, experimentieren und entdecken die Welt.

Das Thema hat auch die Landesregierung auf den Plan gerufen: Im Januar brachte Rot-Grün einen Gesetzesentwurf zur Änderung des Immissionsschutzes auf den Weg. Geräusche spielender Kinder gelten damit in Zukunft grundsätzlich als sozial adäquat hinzunehmen. Die zuständigen Ausschüsse sind in der Beratung, Beschlüsse sollen noch im ersten Halbjahr 2011 getroffen werden. „Wenn wir ein familienfreundliches Land sein wollen, müssen wir in diesem Punkt tolerant sein. Des Weiteren ist Kinderlärm als Hinderungsgrund für die Bewilligung von Kitas absolut inakzeptabel“, teilt der Landtagsabgeordnete Serdar Yüksel mit und begrüßt die Initiativen für eine kinderfreundliche Gesellschaft.

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