Pressespiegel:

  • 20. März 2011

Bürger diskutieren über den desolaten Zustand des Bahnhofs Wattenscheid

Bochum/Wattenscheid. Der Bahnhof Wattenscheid präsentiert sich in einem desolatem Zustand. Bürger und Politiker fordern Modernisierungen, die vor 2014 jedoch nicht eingeplant sind. Vertreter der Bahn kamen nicht zur Diskussion des WAZ-Mobils.

Auf dem Vorplatz liegt noch das Streugut aus dem Winter. Die Platten darunter sind teilweise kaputt. Die Grünfläche, umrundet von einem Mofaparkplatz, hat ihren Namen nicht verdient, denn grün sind höchstens die Glasscherben, die darin liegen. Man könnte meinen, am Bahnhof Wattenscheid sei die Zeit stehen geblieben.

Was sie tatsächlich ist, denn der großen Uhr in der Bahnhofshalle sind schon vor etlichen Jahren Zeiger und Uhrwerk abhanden gekommen. Dieses Problem ließe sich leicht beheben, ein Uhrmacher würde sie sogar kostenlos in Stand setzen. Doch die Bahn wisse nicht, wo sich Zeiger und Uhrwerk befinden, sagt Serdar Yüksel (SPD).

Der Landtagsabgeordnete setzt sich schon seit langem für eine Modernisierung des Bahnhofs ein und rief zuletzt einen „runden Tisch“ ins Leben. Eine zweite Runde solle noch vor Ostern stattfinden, versprach er am Samstag am WAZ-Redaktionsmobil, das im Rahmen der Aktion „Bochum 11 – Elf Themen, die die Stadt bewegen“, zum zweiten Mal in Wattenscheid hielt.

Dabei beklagten die Bürger nicht nur den wenig einladenden Vorplatz oder die fehlende Toilette, sondern auch die nicht gegebene Barrierefreiheit. Hannes Bienert (83) leidet unter Atembeschwerden und sagt: „Wenn ich mit dem Zug fahren will, muss mir immer meine Frau helfen, denn ich komme kaum auf den Bahnsteig.“ Drei Stufen führen vom Vorplatz in den Bahnhof, viele weitere zu den Gleisen. Ein Problem nicht nur für ältere Leute und Rollstuhlfahrer, sondern auch für Eltern mit Kinderwagen. Einen Aufzug gibt es zwar, doch „weil er ab und zu defekt war, hat man die Türen herausgenommen und ihn zugemauert“, sagt Yüksel. Auch die Eingangstüren seien verschwunden.

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