Pressespiegel:

  • Herne, 16. Mai 2011

Umstrittene Migrantenquote

Der SPD-Vorstand hat in Berlin die Einführung einer Migrantenquote für Führungsgremien der Partei auf Bundesebene beschlossen. In Herne stößt diese Initiative auf Skepsis, aber auch auf Zustimmung.

1988 setzte die SPD trotz interner Widerstände eine Frauenquote von 40 Prozent für Parteiämter und Mandate durch. 23 Jahre später will der SPD-Vorstand auf Initiative des Vorsitzenden Sigmar Gabriel eine Migrantenquote von 15 Prozent für die Führungsgremien der Partei einführen. Doch an dieser Quote scheiden sich bei den Genossen die Geister - auch in Herne.

2235 Mitglieder zählt die Herner SPD zurzeit. Wie viele Genossen nicht-deutscher Herkunft sind, konnte das Parteibüro auf Anfrage nicht beziffern. Der für Eickel und Bochum zuständige SPD-Landtagsabgeordnete Serdar Yüksel aber sehr wohl: „Es müssten 200 bis 250 sein.“ Er habe bereits einmal eine Namensliste der Herner SPD auf den Migrantenanteil abgeklopft.

Der Vorstoß Gabriels sei inhaltlich richtig, sagt der 38-Jährige. „Als Volkspartei müssen wir ein Spiegelbild der Gesellschaft sein.“ Mit einer Migrantenquote von 15 Prozent wäre dieser Anspruch erfüllt. Aber: „Ich bin kein Anhänger der Quote.“ Bei Einführung eines solchen Instruments würde nicht mehr über Inhalte gesprochen. Und: „Die Fronten würden sich verhärten.“

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